Das «Bütschgi»-Problem? Warum Schweizer-Rap an Popularität gewinnen wird

Musik ist immer Geschmackssache. Alleine in Rap-Songs gibt es so viele Elemente, die sich in meinem Kopf verankern können: Der Text, die Lyrik, das Vermitteln von Gefühlen, der Flow etc.

Als (Alibi-)Schweizer muss es also sicherlich irgendeinen Schweizer Rap-Track geben, der mich flasht. Dem war aber lange nicht so. Vielen Freunden in meinem Umfeld ging es ähnlich. Wie kann das sein? Sollte Musik in der eigenen Sprache nicht viel zugänglicher und einfacher zu konsumieren sein? Das sollte man zumindest denken. Es stellte sich mir aber heraus, dass die Meisten Schweizerdeutsch nicht für eine lyrische Sprache halten…

Als kleiner Lyrik-Fan glaube ich den Ursprung dieses Problems in der Poesie zu finden. In einem anderen Blog-Artikel zeigte ich den Ursprung der meistgenutzten Reimformen im Deutschrap auf. In diesem Text sollte sich herauslesen lassen, dass zumindest die Lyrik von Rap-Songs an gewisse Konventionen gebunden ist. Diese Konventionen gehen schlussendlich von der deutschen Grammatik aus. Wie soll das aber in Schweizerdeutsch funktionieren, wenn wir alleine für das Kerngehäuse eines Apfels in jedem Kanton ein anderes Wort verwenden? Na gut, Apfel-Kerngehäuse klingt vielleicht ein wenig nach einem kleinkarierten, deutschen Cliché.

                                                   Quelle: 9gag


 

Heisst das jetzt aber, dass Schweizerrap zum Scheitern verurteilt ist? Ich denke nicht! Man mag über den Aufschwung von Mumble- und Autotune-Rap denken, was man möchte. Ich glaube aber, es lässt sich sagen, dass sich der Fokus bei diesen Songs weg von der Lyrik und hin zur Musikalität bewegt. Somit erkläre ich mir ebenfalls den Aufschwung von Schweizer Tracks. Ein Manillio oder Lo & Leduc kann im Radio gehört werden «obwohl» es Rap ist. Ich glaube, dass sich Schweizerrap auf diese Art und Weise weiter etablieren wird. Ich, als kleiner Lyrik-Sucker, bin umso glücklicher, wenn ich realisiere, wie viele Wortspiele und Konzepte beispielsweise hinter Lo & Leduc-Songs stecken. (Checkt mal die Lyrics von Risotto ab!)

 

Also ich sehe die Zukunft des Schweizer Sprechgesangs rosig und wer weiss? Vielleicht kristallisiert sich eines Tages ein Schweizer Nas aus dem Markt heraus.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.